Umstellung des Benutzerverzeichnisses „/Users“ auf eine andere Partition unter Mac OS X

Es gibt mehrere Möglichkeiten diese Aufgabe zu lösen. Ich stelle hier zwei Wege, wie man entweder das Benutzer-Verzeichnis eines Benutzers verschiebt, oder den kompletten Benutzer-Ordner umlenkt (gilt auch für allen danach neu angelegte Benutzer).

1. 1. Benutzer-Verzeichnis eines Benutzers verschieben.

Systemeinstellungen -> Benutzer
Bild 1: Systemeinstellungen: Benutzer

Melden Sie sich am besten als ein anderer Benutzer, als der, den Sie „umziehen“ möchten.

Öffne Sie die Systemeinstellungen und gehen Sie auf das Punkt Benutzer (siehe Bild 1). Unter Benutzer schalten Sie zuerst die Änderungsfunktion frei (das geschlossene Schloss unten links anklicken und mit Administratorrechten freigeben). Nun können Sie unter den Benutzer auswählen, dessen Benutzerordner Sie verschieben möchten. Klicken Sie auf diesen mit der rechten Maustaste (Kontextmenü) oder „Ctrl +  linke Maustaste“. Im Kontextmenü den Punkt „Erweiterte Optionen“ auswählen. Es gibt ja nur diesen Kontextmenü-Eintrag :-) (siehe Bild 2).

Erweiterte Optionen
Bild 2: Erweiterte Optionen

Im neuen Unterfenster kann unter anderem auch der Benutzerordner neu festgelegt werden (siehe Bild 3).

Ordner ändern
Bild 3: Ordner ändern

Der Zielordner muss auf dabei bereits vorhanden sein.

Diese Methode hat einen entscheidenden Nachteil. Für jeden neu angelegten Benutzer muss die Prozedur wiederholt werden. Das ist zwar im häuslichen Bereich bei 2-3 Benutzern vertretbar, bei mehr Benutzern empfehle ich aber die zweite Methode: „Umlenken des gesamten /Users Ordners“.

2. 2. Umlenken des gesamten /Users Ordners

Für diese Methode müssen wir uns des Terminals bemühen, da die Umlenkung des /User-Ordners durch einen so genannten symbolischen Link geschehen wird.

Als Erstes meldet man sich als Administrator an. Nach der Anmeldung sollten keine Programme im Hintergrund laufen (Mail usw.), da sonst das Löschen nicht richtig funktioniert (/Users wird sofort wieder neu angelegt). Das einzige Programm, das laufen soll, ist ein Terminalfenster.

Im zweiten Schritt wird das /Users-Verzeichnis auf die Zielpartition kopiert. Entweder über das Terminal oder auch mit dem Finder.

# sudo cp -Rp /Users /Volumes/NeuePartition/Users

Als Nächstes muss das „alte“ /Users-Verzeichnis gelöscht werden. Das erledigt man auch am besten im Terminal-Fenster.

# sudo rm -R /Users

Im letzten Schritt legt man das Symbolische Link an, damit das Verzeichnis /Users auf den Ordner auf der anderen Partition zeigt.

# sudo ln -s /Volumes/NeuePartition/Users/ /Users

Jetzt nur noch abmelden und neu anmelden. Alle Benutzer liegen nun auch der anderen Partition, auch neu angelegte.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte diese Operationen entweder von einer Installation auf einer externen HDD starten oder von der Boot-DVD (Terminalfenster aufrufen, bevor die Installation anfängt). Dann sägt man sprichwörtlich nicht an dem Ast, auf dem man gerade sitzt.

In diesem Fall muss /Users durch /Volumes/SystempartitionName/Users ersetzt werden.

Auf demselben Weg kann auf Wunsch auch das Programm-Verzeichnis auf eine andere Partition „verschoben“ werden.

Nach der Neuinstallation des Systems muss man nur den symbolischen Link neu setzten und alle Benutzer (incl. aller deren Einstellungen) sind wieder da.

Ich hoffe dieser Beitrag hat einigen geholfen, das Mac OS X noch ein wenig komfortabler zu machen.

WARNUNG: Das Arbeiten im Terminal mit administrativen Rechten erfolgt auf eigene Gefahr. Jeder, der sich auch das Terminal begibt, sollte wissen, was er mit dem System mach, da es hier keinen doppelten Boden und keine Sicherheitsabfragen gibt. Ein SuperUser darf eben ALLES machen, ohne Nachfragen.

Update von Windows XP auf SP3 unter Snow Leopard (Bootcamp 3.0)

Die Neuerung, die Snow Leopard in Verbindung mit Bootcamp mit sich bringt, ist dass man nun auf die OS X Laufwerke unter Windows lesend zugreifen kann. Dieses an sich sehr schönes Feature bringt aber zugleich auch Probleme bei einer Neuinstallation von Windows XP (< SP3). Wenn man versucht SP3 nach der Installation der Treiber zu installieren, sieht Windows auch die Mac-Partitionen, die richtigerweise vor der Windows-Partition sitzen. SP3 versucht aber auf die erste Partition einige Dateien zu schreiben. Diese ist aber Mac OS X Systempartition, auf die Windows nur Schreibzugriff hat. Die Installation bricht immer wieder ab.

Die Lösung liegt darin, das Feature, die Mac-Partitionen zu sehen, temporär auszuschalten. Dazu muss im Ordner:

c:\Windows\System32\Drivers

In diesem Ordner muss die Datei AppleMNT.sys umbenannt werden. Nach dem Neustrat von Windows, werden die Mac-Partitionen nicht mehr erkannt und man kann den SP3 wie gewohnt installieren. Nach der Installation kann die Datei AppleMNT wieder zurück umbenannt werden.

Die Problematik ist auch bei Apple Support gut erklärt.

Bootcam Installation mit mehr als 2 Partitionen

Nach dem Kauf eines Mac mini und deren Aufrüstung auf 4GB RAM und 500GB HDD (7200 U/min) stand nun die Frage, wie man am besten die lieb gewonnenen Strategiespiele auch unter dieser Maschine spielen soll. Der Grafikchip (nVidia GeForce 9400) ist dafür eigentlich völlig ausreichend. Den ersten Test machte ich mit Windows XP unter VMWare Fusion und Anno 1701. Das Ergebnis war leider nicht zufriedenstellend.

Die zweite Möglichkeit liegt bei Bootcamp. Den Assistenten gestartet, der meldet aber:

Das Startvolume kann weder partitioniert noch in einer Einzelpartition wiederhergestellt werden.
Für die Installation von Windows muss das Startvolume entweder ein als Mac OS-Extended (Journaled) formatiertes Einzelvolume oder bereits durch den Boot Camp-Assistenten partitioniert sein.“

Nach einiger Suche im Internet war die Ursache relativ schnell gefunden. Bootcamp funktioniert nur, wenn auf der Festplatte max. 2 Partitionen vorliegen (eine davon Windows Partition). Bei meiner Installation habe ich allerdings noch eine dritte Partition, auf der das User-Verzeichnis liegt. Somit war der Assistent nutzlos.

Weitere Recherchen ergaben dann 3 mögliche Vorgehensweisen:

  1. Benutzung von nur 2 Partitionen (Mac + Windows).
  2. Herumbasteln an der boot.ini, damit Windows von der richtigen Partition startet.
  3. Ein alternativer Bootmanager.

Da ich in Zukunft flexibel bleiben möchte (Parallelinstallation von weiteren Betriebssystemen – Windows 7, Ubuntu usw.), habe ich mich für die 3. Variante entschieden.

Nach einiger Suche bin ich auf den Bootloader rEFIt gestossen. Nach der einfachen Installation des rEFIt Bootloaders auf die Mac OS X Systempartition habe ich noch rEFIt aktiviert, damit dieser immer erscheint.

Dafür musste ich unter Terminal folgendes ausführen:

cd /efi/refit/
enable-always.sh

rEFIt BootmenüNach dem Anlegen der 3. Partition für Windows (mit Festplattendienstprogramm) startete ich die Windows-Installation von der CD. Nach dem ersten Neustrat während der Installation tauchte schon Windows als Startoption in rEFIt. Unter Windows wurde ganz normal dann alles installiert, incl. der Treiber von der Mac OS X DVD.

Das einzige Problem, dass bei der Installation von Windows XP bei mir auftrat, war die Installation von SP 3 mit den Treibern von Mac OS X 10.6 (Snow Leopard). Wie das funktioniert, beschreibe ich im nächsten Beitrag.

Auf der rEFIt Projekt-Homepage steht, dass es manchmal bei Mac OS X Updates zu Störungen kommen kann. Dann muss rEFIt einfach neu installiert werden. Beim Update von 10.6 auf 10.6.1 traten keine Komplikationen auf.