Erfahrungen mit Windows 7 auf einem Netbook (ASUS EeePC 1000H)

Nach über einem halben Jahr des Einsatzes von Windows 7 auf meinem EeePC kann ich nur eine positive Bilanz ziehen.

1. Installation

Vor der Windows 7 Installation sollte der ASUS Empfehlung nach, zuerst das aktuelle Update für BIOS installiert werden (momentan Version 2204).

Die Installation von Windows 7 auf einem Netbook gestaltet sich endlich sehr einfach und bedarf kein DVD-Laufwerk mehr, wie es bei XP oder Vista der Fall war. Microsoft liefert hierfür ein Tool namens „Windows 7 USB/DVD Download Tool„, mit dem eine ISO-Datei von Wndows 7 direkt auf ein USB-Stick transferiert und dieses bootbar gemacht wird. Das konnte ich auf dem damals noch installierten Windows XP auf dem Netbook ohne Weiteres durchführen. Das einzige Problem stellt sich wahrscheinlich für die meisten, das „Beschaffen“ eines ISO-Abbildes von Windows 7. Diejenigen, die einen Vertrag mit Microsoft haben (z.B. Action Pack), können die ISO direkt herunterladen. Wenn man Windows 7 bei Microsoft und einigen Partnern in der digitalen Version bestellt, bekommt man auch ein ISO-Abbild zu Download angeboten. Alle anderen müssen, wohl oder übel, auf einem Rechner mit DVD-Laufwerk eine ISO-Datei von der Original-Windows 7 DVD erstellen (z.B. mit Nero oder InfraRecorder unter Windows oder Burn unter MacOS X).

Um vom USB-Stick zu installieren, muss beim ASUS EeePC 1000H beim Start des Netbooks die „ESC“-Taste gedrückt werden. Dann erscheint ein Menü zur Auswahl des Boot-Laufwerkes (Festplatte, SD-Karte, falls eingesteckt, externes DVD-Laufwerk, falls angeschlossen und USB-Stick). Die weitere Windows 7 Installation verläuft, als ob man Windows 7 von der DVD installieren würde.

Nach der Installation wurden die komplette Hardware ,ohne zusätzliche Treiber, direkt erkannt und das Netbook war soforteinsatzbereit. ASUS liefert aber auch direkt Windows 7 Treiber.

2. Windows 7 Vorteile gegenüber Windows XP

2.1. Aufwachen

Windows 7 scheint im Alltag flotter zu arbeiten, als Windows XP auf demselben Gerät es tat. Das gilt insbesondere für den von mir oft eingesetzten Bereitschaftsmodus (Suspend to RAM). Das Netbook wacht in der Regel (es gibt nur selten Ausnahmen) in weniger als 5 Sekunden auf. Bis ich mich neu eingeloggt habe (1-2 Sekunden), ist auch das WLAN wieder da. Unter Windows XP musste ich zum Teil über 15 Sekunden nach dem Anmelden auf eine neue Verbindung zum WLAN warten.

In über 6 Monaten Einsatz ist das Gerät kein einziges Mal abgestürzt. Und das Gerät läuft oft über eine Woche ohne Herunterfahren (nur Bereitschaft, wenn dieser mal nicht benötigt wird).

2.2. Akku

Der Akku hält erfreulicherweise genauso lange/kurz, wie auch unter Windows XP. Mit WLAN und ausgeschalteten Bluetooth hält dieser bei ständigem im Internet surfen und Last.fm hören ca. 3,5 Stunden durch. Die theoretischen 7 Stunden hielt das Netbook auch unter Windows XP nie durch. Am Anfang waren es knapp 5,5 – 6 Stunden, dann pendelte sich der Akku aber auf ca. 3,5 – 4 Stunden.

2.3. Internet

Im Internet bin ich mit Firefox und Opera unterwegs. Es unterstützen aber mittlerweile alle Browser. Es geht um den Vollbild-Modus. Bei IE, Firefox, Opera, Chrome wechselt man zu und von diesem Modus durch Drücken der „F11“-Taste. Mittlerweile surfe ich nur in diesem Modus.

Bei Chrome und Opera muss man leider den Vollbild-Modus verlassen, um eine neue Adresse einzugeben. Bei Firefox und IE reicht es mit der Maus nach oben zu gehen. Dann erscheint die Adressleiste und man kann die neue Adresse eingeben.

3. Windows 7 Einschränkungen

3.1. Arbeitsspeicher

Den 1GB RAM merkt man bei Windows 7 eher schneller als unter Windows XP. Wenn man Firefox mit 3-4 Tabs startet (ca. 250MB verbrauch), dazu noch OpenOffice auf hat (ca. 150MB) und iTunes startet, ist Schluss mit lustig. RAM ist voll und es macht kein Spaß mehr mit dem Gerät zu arbeiten. Meine nächste Anschaffung werden wohl 2GB RAM für mein Netbook sein :-)

3.2. Auflösung

Eine weitere, ab und zu sehr hinderlicher, Einschränkung ist die Auflösung. Unter Windows XP konnte man die Auflösung auch höher drehen, als das Bildschirm es eigentlich könnte (1024×768). Das geht mit den ASUS Treibern leider nicht mehr. Man kann zwar auf 800×600 herunter schalten, aber nicht höher, als die native Auflösung des Netbooks. Bei Programmen, die eine Auflösung von mehr als 1024×600 verlangen gibt es dann nur zwei Auswege:

  1. Anschließen eines externen Bildschirms, das eine höhere Auflösung hat,
  2. oder Installation eines alternativen Grafiktreibers (findet man in einigen EeePC Foren).

Ich habe mich für die erste Variante entschieden, da ich erstens nicht so viele Programme habe, die das verlangen, und zweitens ich bereits einen externen Bildschirm habe, denn ich dafür einsetzen kann.

Als weitere Maßnahme habe ich die Startleiste recht angeordnet, sodass mir die 600 Pixel Höhe auch wirklich zur Verfügung stehen.

3.3. Langsames Aufwachen

Es passiert sehr selten, aber ab und zu schon, dass das Netbook über 30 Sekunden zum Aufwachen braucht. Dann ist dieser aber ganz normal weiter benutzbar. In den über 6 Monaten täglichen Einsatzes passierte es noch kein einziges Mal, dass das Netbook gar nicht mehr aufwachte oder mit einem Blue Screen sich verabschiedete.

Nur wenn man das RAM ausreizt und das Betriebssystem zum Cachen auf die Festplatte gezwungen wird, ist es ab und zu schneller den Rechner hart auszuschalten (langes Drücken auf den Ausschaltknopf) und neu zu starten, als zu warten, bis die notwendigen Befehle (Programme beenden und Neustarten) vom Betriebssystem umgesetzt werden. Mit der Zeit kennt man aber die Grenzen des 1GB sehr gut und vermeidet solche „Ausrutscher“.

3.4. Treiber

ASUS schein momentan noch Probleme mit zumindest einem Treiber zu haben. Nach der Installation von „ASUS Instant Key Utility“ wird bei mir beim Start von Windows immer die Meldung gezeigt, dass der Touchpad Treiber nicht gefunden werden kann. Es sind allerdings alle bei ASUS verfügbare (auch für den Touchpad) Treiber installiert. Entweder ist hier das Utility, oder der Treiber defekt. Und es ist kein Update in Sicht.

4. Fazit

Im Ganzen bin ich sehr mit Windows 7 auf meinem Netbook zufrieden. 2GB RAM sind zwar zu empfehlen, man kann aber auch mit 1GB RAM relativ gut damit arbeiten, wenn man ein paar Vorsichtsmaßnahmen trifft (nur wenige Programme parallel laufen lassen).

Wer eine freie Windows 7 Lizenz noch hat, würde ich zum Umstieg von Windows XP auf Windows 7 raten, besonders da die Installation mittlerweile ohne Probleme auch von einem USB-Stick klappt.

Duden Korrektor für OpenOffice unter Linux (Ubuntu)

So wie wahrscheinlich viele, leide auch ich unter der mangelhaften Rechtschreibkorrektur. Viele Fehler werden entweder gar nicht erkannt, oder falsch als Fehler gekennzeichnet. Insbesondere bei vielen zusammengeschriebenen Wörtern versagt die Prüfung komplett.

Um diesen Mangel zu beseitigen, benutzte ich schon seit Jahren unter Windows den Duden Korrektor (seit Version 3.5) für OpenOffice. Unter Windows klappt so weit alles gut, da der XP bis dahin praktisch nur in 32-Bit-Version lief.

Seit über 3 Jahren nutze ich vermehrt Linux, als primäres Betriebssystem, und seit einem Jahr noch Mac OS X 10.5 (Leopard) für meine Frau. Also wurde kurzerhand der Duden Korrektor (Version 5.0 mittlerweile) auch auf diese Systeme installiert, theoretisch. Bei Mac gibt es keine Probleme. Die Erweiterung läuft auf 64-Bit.

Unter Linux ist ein 64-Bit-System dagegen eine absolute Bremse. Es funktioniert einfach nicht. Auch konnte ich bis jetzt keine Workarounds finden, die eine funktionierende Umgebung erzeugen. Unter 32-Bit läuft es dagegen ohne Probleme (EeePC 1000H).

Die Anfragen an Duden Verlag direkt ergaben nichts. Es kommt nur die Antwort, das 64-Bit-Systeme nicht unterstützt werden, auch nicht in der Zukunft. Mittlerweile steht sogar in den Systemanforderungen (Version 6.0), dass Windows XP und Vista nur in den 32-Bit-Versionen unterstützt werden. Bei Linux wird merkwürdigerweise keine solche Ausnahme angegeben.

P.S.: Ein schneller Test der Version 5.0 mit OpenOffice 3.1 unter Windows 7 x64 RC1 zeigte, dass auch hier keine Inkompatibilitäten auftreten.